Unterwasserkamera und Angeln

Unterwasserkamera und Angeln

Eine Unterwasserkamera kann beim Angeln ein vielseitig einsetzbares Werkzeug sein, das die Chance auf einen erfolgreichen Angelausflug enorm steigern kann. Ebenso kann die Unterwasserkamera auch nur den Biss aufnehmen und so wunderbare Aufnahmen liefern. Dennoch gibt es einiges zu beachten, denn nicht jede Kamera ist für alle Einsatzgebiete und Gewässer geeignet. Um Ihnen einen objektiven Überblick zu verschaffen, haben wir aktuelle Unterwasserkamera Modelle getestet. Mit ein wenig Geduld und dem richtigen Setup ist eine Unterwasserkamera eine tolle Erweiterung der Angelausrüstung. Leider gelingen die Aufnahmen nicht immer auf Anhieb, denn die Gewässer haben einige Tücken und auch die Fische spielen nicht immer mit. Die wichtigsten Punkte haben wir für Sie zusammengefasst.

Synchronisation mit dem Smartphone / Laptop per W-Lan
Dieses Feature hört sich in der Theorie super an, aber diverse Praxistests haben gezeigt, dass nahezu alle Kamera schon ab einer geringen Wassertiefe die Verbindung verlieren. Hinzu kommt, dass ein aktiviertes W-LAN unglaublich viel Akkuleistung benötigt.

Temperaturen
Eine klassische Unterwasserkamera funktioniert in der Regel bis zu Temperaturen von – 10 Grad. Allerdings sind die normalen Modelle in den wenigsten Fällen beim Angeln zu gebrauchen, hier haben sogenannte Action-Cams und spezielle Angelkameras meist erhebliche Vorteile. Doch unglücklicherweise verfügen die wenigsten Modelle dieser Baureihen über eine geeignete Temperaturtoleranz und fallen sehr schnell aus, wenn das Wasser eisige Temperaturen hat.

Strömung
Im Idealfall läuft alles ohne Probleme und die Unterwasserkamera befindet sich samt dem Köder unter Wasser und die Aufnahme startet. Doch hier kann die Strömung einem gewaltig dazwischen funken, denn eine Anpassung des Winkels lässt sich nicht wirklich bewerkstelligen, ohne die Rute samt Köder stark zu bewegen.

Sichtweite und Beleuchtung
Hier kommt es sehr stark auf das beangelte Gewässer an, in der Südsee z. B. könnten Fische auf mehrere Meter ohne Probleme ausgemacht werden. Doch die Gewässer in Deutschland sind weit von dieser Wasserbeschaffenheit entfernt und in den meisten Fällen sehr trüb. Fische auf mehr als 3 Meter Entfernung sehen zu können ist in der Regel unrealistisch, hinzu kommt die Tiefe des Gewässers, umso tiefer sich die Kamera unter der Oberfläche befindet, desto weniger Sonnenstrahlen erreichen die Kamera. Ab einer gewissen Tiefe ist eine zusätzliche Beleuchtung unbedingt nötig, auch wenn einige Kameras mit speziellen Infrarot-LEDs ausgestattet sind, reichen diese nicht aus, um anständige Unterwasseraufnahmen zu machen.

Erkundung der Gewässer
In diesem Punkt ist die Unterwasserkamera perfekt, denn ohne großen Aufwand kann das komplette Gewässer nach potenziellen Hotspots abgesucht werden. Der Aufwand ist minimal, die Kamera muss nur auf den Grund gelassen werden und die Aufnahmen können in aller Ruhe inspiziert und ausgewertet werden. Doch auch hier gilt, die Beleuchtung muss stimmen, sonst werden Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein.

Maximale Tauchtiefe
An diesem Punkt sollten Sie sich strikt an die Herstellerangaben halten, denn die Geräte wurden während der Entwicklung ausgiebig getestet und diese Werte machen durchaus Sinn. Ein Härtetest kann im schlimmsten Fall sehr teuer sein und sollte daher unbedingt vermieden werden. Allerdings sind die meisten Unterwasserkameras bis mindestens 25 Meter wasserdicht, was die Einhaltung dieser Grenze nicht wirklich schwer macht.

Grund des Gewässers
Selbst wenn die Kamera perfekt positioniert ist und der Fisch sich unmittelbar vor dem Objektiv befindet, kann die Aufnahme durch den Untergrund des Gewässers sehr schnell ruiniert werden. Der Biss wird zwar problemlos und in einer tollen Qualität aufgenommen, aber sobald der Fisch bemerkt, dass er an der Angel hängt, wird es natürlich unruhig. Besonders Karpfen neigen dazu, den Untergrund aufzuwirbeln und nach dem Biss sieht man außer aufgewirbeltem Schlamm nichts mehr. Hinzu kommen eventuelle Hindernisse, in denen sich die Kamera verfangen könnte. Deswegen sollte der Grund vor dem Angeln mit einer kurzen Erkundungstour genauer unter die Lupe genommen werden, denn im schlimmsten Fall geht die Kamera verloren und ein Schaden von mehreren hundert Euro entsteht.